Spanische Jungennamen
In den spanischen Jungennamen spiegelt sich häufig noch die historische tiefe Religiosität der Spanier. Wer hätte gedacht, dass Spanier ihre Söhne Jesus nennen dürfen? Doch spanische Jungennamen sind mehr als ein Sammelsurium biblischer Namen. So faszinieren auch Namen ganz anderen Ursprungs und vor allem ihre Formen auf Baskisch, Katalanisch oder Galizisch, den drei offiziellen Sprachen Spaniens neben dem Spanischen selbst.
Alejandro: Alejandro gehört zu den klassischen spanischen Vornamen, es ist die spanische Form von Alexander. Der Name stammt ursprünglich aus dem Griechischen (Αλέξανδρος) und bedeutet in etwa „der Beschützer“. Gern wird er in Anlehnung an Alexander den Großen vergeben.
Andrés: Dieser Name stammt ebenfalls ursprünglich aus dem Griechischen, es handelt sich um die spanische Form von Andreas. Ursprünglich bedeutet der Name so viel wie „tüchtig, tapfer“. Im katholischen Spanien wurde der Name früher vermutlich mit dem Gedanken an den gleichnamigen Apostel vergeben.
Cristóbal: Hierbei handelt es sich um die spanische Form von Christoph. Der heilige Christophorus trug der Legende nach das Jesuskind auf seinen Schultern über einen Fluss und gilt bis heute als Schutzpatron zur Reisenden. Passenderweise ist der berühmteste Namensträger in der spanischen Welt auch einer der berühmtesten Reisenden: Cristóbal Colón alias Christoph Kolumbus.
Diego: Diego ist die spanische Form des biblischen Vornamens Jakob und in diesem Sinne eine Nebenform des beliebten spanischen Jungennamens Santiago.
Domingo: Dieser Name dürfte dank des Startenors Plácido Domingo eher als Nachname bekannt sein, ist aber durchaus auch ein gängiger Vorname. Wörtlich übersetzt bedeutet Domingo Sonntag, historisch gesehen handelt es sich um die spanische Form von Dominikus. Der heilige Dominikus von Guzmán begründete den Dominikanerorden.
Enrique: Enrique ist einer der beliebtesten spanischen Jungennamen. Es handelt sich um die spanische Form von Heinrich.
Fernando: Der Name ist die spanische Form des Namens Ferdinand, welcher ursprünglich aus dem Gotischen stammt und in etwa „kühner Beschützer“ meint, eine gewisse Sinnverwandtschaft zu Alexander ist somit gegeben. In den spanischen Sprachraum gelangte der Name vermutlich über die Monarchieverhältnisse des spätmittelalterlichen Europa, zum Beispiel hießen mehrere habsburgische Könige so.
Francisco: Die spanische Form von Franziskus bzw. Franz gehört in Spanien zu den populärsten Namen. Er wird in Anlehnung an den heiligen Franz von Assisi vergeben. In den katalanischsprachigen Gebieten lautet die Form des Namens Francesc. In der Umgangssprache wird aus Francisco gern die Koseform Pancho gemacht, besonders berühmt durch den mexikanischen Revolutionär Pancho Villa.
Ignacio: Die spanische Form von Ignatius erinnert wie so viele spanische Jungennamen an einen religiösen Würdenträger. Ignatius von Loyola begründete im 16. Jahrhundert den Jesuitenorden. Auch zu Ignacio gibt es eine liebevolle Koseform: Nacho.
Iker: Spätestens seit Spaniens Weltmeistertitel ist der Name Iker dank seinem legendären Torhüter Iker Casillas in aller Munde. Tatsächlich kommt Iker aus dem Baskischen. Der Name bedeutet „Besuch“ und spielt auf Maria Heimsuchung an.
Iñaki: Auch der Name Iñaki kommt aus dem Baskischen, es handelt sich um die baskische Form von Ignacio. Die tiefere Bedeutung des Namens heißt aber auch „brennend“, „feurig“.
Iñigo: Iñigo gehört in die gleiche Familie wie Ignacio und Iñaki. Es handelt sich um eine spanische Nebenform von Ignatius.
Jaime: Jaime ist die spanische Variante des englischen Namen James, der seinerseits
auf den biblischen Vornamen Jakob zurückgeht. Jaime ist einer der populärsten Vornamen in Spanien. Die katalanische Form von Jaime lautet Jaume.
Javier: Obwohl der Name heute im gesamten spanischsprachigen Raum äußerst beliebt ist, stammt er ursprünglich aus dem Baskischen von der Wendung „ etxe-berri“, die neues Haus bedeutet. Im Baskischen wird der Name als Xabier geschrieben, im Katalanischen Xavier. Durch den Heiligen San Francisco Xavier aus dem 16. Jahrhundert fand der Name besondere Verbreitung.
Jesús: Anders als in Deutschland darf man in Spanien und Lateinamerika sein Kind Jesús nennen. Der Name ist sehr verbreitet.
Joan: Joan ist ein katalanischer Name und somit vor allem in den Regionen von Barcelona, Valencia und auf den Balearen verbreitet. Es ist die katalanische Nebenform von Juan.
Joaquín: Joaquín ist die spanische Variante des Namens Joachim, der aus dem Hebräischen kommt und in der Bibel der Name von Marias Vater ist.
Jordi: Wieder ein katalanischer Name, um genau zu sein, die katalanische Form des spanischen Namens Jorge. Jorge wiederum ist die spanische Version von Georg, populärer Name durch die Legende vom Heiligen Georg, dem
Drachentöter.
José: Die spanische Form des Namens Josef ist einer der am meisten verbreiteten spanischen Jungennamen und wird auch sehr gerne in Kombinationen
wie beispielsweise José Luis oder auch José María vergeben.
Juan: Juan ist die spanische Form von Johannes bzw. Hans, von dem es in nahezu allen europäischen Sprachen Spielarten gibt. Bis heute besitzt der Name, der z.B. auf die biblische Gestalt von Johannes dem Täufer zurückgeht, eine ungebrochen Popularität in Spanien.
Mateo: Mateo ist die spanische Form von Matthias oder Matthäus und geht als solche auf den Apostel Matthäus zurück. Der Name Mateo ist besonders auf den Balearen sehr beliebt.
Miguel: Hierbei handelt es sich um die spanische Form des Namens Michael, ein Name, der ursprünglich aus dem hebräischen kommt und einen der biblischen Erzengel bezeichnet.
Pablo: Auch dieser Name ist religiösen Ursprungs, es ist die spanische Form des Namens Paul und erinnert vor allem an den Apostel Paulus. Einer der bekanntesten Namensträger war der chilenische Dichter Pablo Neruda, auch wenn dieser Name nur ein Pseudonym darstellte.
Pedro: Pedro gehört wie Juan und Pablo zu den klassischsten spanischen Jungennamen. Es handelt sich um die hispanisierte Form des Namens Peter, der aus dem Lateinischen kommt und „Stein“ bedeutet.
Ramón: Der spanische Name Ramón leitet sich kurioserweise von einem germanischen Namen ab: „Reginmund“ bedeutet in etwa „der weise Ratgeber“. Ramón ist heute ein sehr beliebter Name, bekannt etwa durch den katalanischen Heiligen Ramón Llull.
Rubén: Der beliebte Name Rubén stammt aus dem Hebräischen und bedeutet so viel wie „ich habe einen Sohn geboren“. Berühmt ist der Dichter Rubén Darío aus Nicaragua.
Salvador: Der klangvolle Name bedeutet übersetzt „der Erlöser“ und ist vor allem durch den exzentrischen surrealistischen Maler Salvador Dalí bekannt geworden.
Santiago: Santiago leitet sich von Sankt Jakob ab. Der Apostel Jakob gilt als der Schutzheilige von Spanien, da seine Gebeine im Pilgerort Santiago de Compostela in Galizien begraben sind – dem Endpunkt des berühmten Jakobsweges. „Santiago“ war den Spaniern im 15. Jahrhundert auch Kriegsruf im Kampf gegen die Mauren.
Sergi: Die katalanische Form des spanischen Namens Sergio, der seinerseits die Variante des Namens Sergius ist. Sergius stammt ursprünglich wohl aus dem Etruskischen, wurde später von den Römern latinisiert und wird meistens als „der Wächter“ übersetzt.